Das Corps

"Einig und Treu, stark und frei!"

So lautet der Wahlspruch des Jagdcorps Masovia zu Berlin, ältestes Jagdcorps in Deutschland. Das JCM ist ein studentisches Corps und somit geprägt durch konfessionelle und politische Ungebundenheit: Jeder Student, unabhängig von Hautfarbe, Religionszugehörigkeit und politischer Ausrichtung, ist bei uns willkommen. Alle extremistischen Ausprägungen hingegen – seien es linke wie rechte – finden bei uns keinen Platz.

Verstärkt wird das Corpsleben nur noch durch die Jagd, sie ist bei Masovia das verbindende Element schlechthin. So bietet zumeist unsere Altherrenschaft zahlreiche Gelegenheiten zur Jagd überall im Bundesgebiet: Von Berlin und Brandenburg über Mecklenburg-Vorpommern bis hin nach Niedersachsen und im Schwarzwald werden reichlich Möglichkeiten geboten. Gerade in einer Großstadt wie Berlin, in der Kontakt zur “Grünen Zunft” nicht so selbstverständlich herzustellen ist, eine erstklassige Chance die Jagd  in Gemeinschaft zu erleben.

Bei uns im Corps gilt das Lebensbundprinzip. Hat man sich also nach erfolgreicher Fuxenzeit für das Corps entschieden, bleibt man nach Aufnahme in den Burschenstand Zeit seines Lebens im Kreise der „Grünen Mützen“. Neben dem studentischen Brauchtum, welches wir im Corps pflegen, nimmt natürlich die Jagd einen entscheidenden Teil unseres corpsbrüderlichen Lebens ein. Sie ist es, die neben dem Ursprungsgebiet unserer Gründer – Masuren  – dem Corps seinen Namen gibt und Jung wie Alt in den Revieren der Corpsbrüder in den verschiedensten Teilen Deutschlands zusammenführt.

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Auch das akademische Fechten, das sogenannte Mensurwesen, wird bei Masovia als Tradition gepflegt. Zwar muss bei uns niemand fechten, dennoch stellt das gemeinsame Pauken, das Trainieren, ein durchaus verbindendes Element dar und viele der Aktiven stellen Partien. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. 

Geschichte Masovias

Das Jagdcorps Masovia wurde ursprünglich im Jahr 1914, einige Monate vor Beginn des ersten Weltkrieges gegründet. Der Name Masovia ist auf das Geburtsland der Gründer auf Masuren zurückzuführen. Das Schaufelgeweih des Elches als einzig noch im Ostland beheimateten Urwildes wurde deshalb auch zum Emblem der Masoviagemacht. Die drei Gründer sind: Gustav Condereit, Dr. Max Gorr und Dr. Robert Troje, die seinerzeit an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin immatrikuliert waren. Ausgehend von dem Gedanken, jagdlich interessierte Studenten in einer Korporation zusammenzufassen, ihre Mitglieder durch Pflege weidmännischen Geistes zu waidgerechten Jägern zu erziehen und in gleicher Weise studentisches Brauchtum zu wahren, brachten die Gründer einen völlig neuen Begriff in das Verbindungsleben durch Bildung eines Jagdcorps. Ehe nun das Corps eine feste Konstituierung gewinnen konnte, brach der erste Weltkrieg aus und legte jede Entwicklung brach. Erst entsprechende Zeit nach den durch Kriegsausgang in der Heimat bedingten Wirren fanden sich die alten Gründer im Jahr 1919 wieder zusammen und restituierten das Corps. Insofern sachlich nicht ganz zutreffend wurde im Wintersemester 1919/1920 der 15. Januar 1920 als Gründungsdatum der Masovia festgelegt (eigentliches Restitutions- bzw. Neugründungsdatum).
Sinn und Ziele des Jagdcorps Masovia wurden in seinen Satzungen, die man nach einer Anlaufzeit von zwei Jahren in ihrer erstmaligen Fassung auf dem Convent vom 25.01.1922 beschloß, und in seinem Farbenlied, dediziert von seinem Alten Herrn (AH) Troje, verankert. Aus noch vorhandenen Aufzeichnungen geht hervor, daß der Betrieb im Wintersemester (WS) 1919/20 unter den drei Chargierten Skoniezny, Piehl und Waschulewski aufgenommen wurde. Ein vollständiger Semesterbericht liegt jedoch erst für das WS 1921/1922 vor. Masovia wuchs bis Ende dieses Semesters auf die Zahl von 16 Mitgliedern an, nachdem 9 Mitglieder wegen eingetretener Meinungsverschiedenheiten die Verbindung, wieder verlassen hatten. Die Meinungsverschiedenheiten sind auf einen ausserordentlichen Conventsbeschluß vom 2.11.1921 zurückzuführen, der den Namen Jagdcorps Masovia in den Namen “Akademischer Jagdverein Masovia” umwandelte. Ursache zu dieser Umbenennung war die Überzeugung der damaligen Führungskräfte des Bundes, den notwendigen Rahmen der Feudalität nach Tradition, Größe und Wirkungsweise zeitlich noch nicht geben zu können, der für die Bezeichnung “Corps” zu fordern war. Mehr Sein als Schein sollte einer besseren Fortentwicklung des Bundes dienen. Im Zuge der entsprechenden Entwicklungsbemühungen der Angehörigen des “AJV” wurde der Conventsbeschluß vom 02.11.1921 aufgehoben durch einen neuerlichen Beschluß vom 28.02.1923 und die ursprüngliche Namensbezeichnung “Jagdcorps Masovia” wiederhergestellt. Der Bund war inzwischen den zu stellenden Anforderungen durch weitgehende Anerkenntnis in der korporierten Umwelt (Aufnahme in den “Schwarzen Paukring” etc.) gerecht geworden.
Im WS 1921/22 zeigten sich die ersten Ansätze von Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zu anderen studentischen Verbindungen in Berlin zu den damaligen studentischen Verbindungen Cimbria und Agraria an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin. Auch an auswärtigen Hochschulen und Universitäten wurden schon Kreise der Studentenschaft für die Ziele der Masoven gewonnen, so zuerst in Hannover der “Akademische Jagdverein Borussia”, der von Berlin aus ins Leben gerufen wurde. Aus der Kenntnis heraus, daß die völlige Neuartigkeit und Besonderheit akademische Jagdverbindungen durch die Vorausstellung der Pflege des Weidwerkes neben den allgemeinen Prinzipien des Farben- und Waffenstudententums bei einem Anschluß an bestehende alte Verbände ihre Eigenartigkeit und Durchsetzungskraft verlieren müßten, gründete Masovia gemeinsam mit dem AJV Borussia am 30.01.1922 in Berlin das Kartell akademischer Jagdverbindungen als eigenen Verband. Am 26.06.1924 wurde das Jagdcorps Hubertia, Halle und auf dem ordentlichen Kartellconvent vom 12.02.1927 das Jagdcorps Hubertia, Breslau in das Kartell aufgenommen; der AJV Borussia, Hannover schied am gleichen Tage aus. Wie jetzt noch feststellbar wurde am 13.01.1922 das zweite Stiftungsfest unseres Corps in den Weinstuben Rheingold, Berlin gefeiert und am 25.01.1922 der erste Landesvater gestochen.
Unsere Constante mußte wegen Raummangel vom Savignypiatz, Charlottenburg nach Johannisstraße 22 verlegt werden. Der erfreuliche Mitgliederzuwachs im Sommersemester (SS) 1922 und WS 1922/1923 von 33 Zugängen führte am 15.01.1923 zur Gründung des Altherrenverbandes des Jagdcorps Masovia, der im Jahre 1927 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg eingetragen wurde. Mit der Gründung des Alt-Herrenverbandes Masovia erschienen die ersten Mitteilungen des Kartells akademischer Jagdverbindungen unter der Schriftleitung unseres AH Hunke, in denen die Semesterberichte der ersten Chargierten, der Fecht- und Jagdwarte sowie Institute Pläne und interne Nachrichten der dem Kartell angeschlossenen Jagdverbindungen veröffentlicht wurde. Ab 1927 gab unser AHV daneben “Mitteilungen” für die Corpsangehörigen des Jagdcorps Masovia herraus.
Das Jagdcorps Masovia, das von seinen Anfängen an auf dem Grunde der unbedingten Satisfaktion stand, bestritt im SS 1923 seine erste Säbelmensur als Chargenforderung ausgetragen durch Moegling x, Frick Scholz xx und Kämpffe xxx. Im Jahr 1924 ging Masovia nach Einführung von Bestimmungsmensuren ein Paukverhältnis mit der örtlichen NDC (Nauenburger Deligiertenconvent) ein. Zahlreiche noch erhaltene Mensurberichte der Fechtchargierten geben Kenntnis von den Ergebnissen der Mensurböden. Das alte Mensurbuch ist leider verloren gegangen. Die alten Semester werden sich noch gern an unseren Fechtmeister Herrn Fendt erinnern, der mit genau teffender Klinge die Übermütigen in Räson hielt. Die Absolvierung eines Säbelkursus war Pflicht. Neben dem einmal wöchentlich stattfindenen Corporationspauken beim Fechtmeister wurde eifrig auf dem Corpsheim geübt. Der erste Mensurwichs konnte durch Stiftung der Altherrenschaft und Sammlung unter der Aktivitas beschafft werden. Die Mensurböden fanden am Alexanderplatz, im Walde bei Schulzendorf und bei Becker in der Friedrichstraße statt. Eine zweite Säbelmensur wurde im SS 1929 auf Grund einer Chargenforderung ausgepaukt. Es traten an: Schwengler x, Glaser xx und Glaser nochmals für den ausgefallenen xxx, Beindorf. Später hatten wir die Freude auch Verbandsbrüder unter unseren Farben auf unseren Mensurböden pauken zu sehen. Weitere Paukverhältnisse wurden ab SS 1930 mit dem freien Corps Frankonia und Prussia, ab 1932 mit der Grenzmannschaft Ostmark eingegangen.

Der erste Schritt ist, dass man sich persönlich vorstellt und sich ein Bild von der Gemeinschaft hier macht. Sollte dir das zusagen gibt es verschiedene Wege als Mitglied aufgenommen zu werden.

Als Student: Als Student wird man für gewöhnlich erst einmal „Fux“. Da ist man Mitglied auf Probe und kann sich das Jagdcorps mit all seinen Veranstaltungen anschauen. Sollte einem das gefallen und auch von der Corpsseite nichts einzuwenden sein kann man später „Corpsbursche“ werden. Damit ist man Vollmitglied. Füxe und Burschen bilden die „Aktivitas“, also den jungen und aktiveren Teil der Verbindung.

Als Berufstätiger: Da man im Berufsleben für gewöhnlich weniger Zeit hat wird man nicht Teil der „Aktivitas“ sondern Teil der „Altherrenschaft“. Auch hier wird man zunächst Mitglied auf Probe. In der Altherrenschaft heißt das Außerordentliches Mitglied oder kurz „AoM“.

Im Gegensatz zu einem Verein herrscht bei uns das Lebensbund-Prinzip. Das bedeutet, dass man anstrebt ein Leben lang Mitglied zu bleiben. Dieses Prinzip greift Hand in Hand mit dem Generationenvertrag der in Verbindungen anzutreffen ist: Die Alten unterstützen die Jungen.
Nein, wer hofft durch die Verbindung etwas geschenkt zu bekommen irrt. Wir unterstützen uns aber in jagdlichen Belangen. Von der Erlangung des Jagdscheines bis zum Erlegen des ersten Wildes kann das Jagdcorps helfen. Jagd ist mitunter ein teures Unterfangen. Als Student kann man sich vielleicht nicht die komplette Ausrüstung am Anfang leisten. Da ist es gut, wenn man einen Freund hat der einem gerne etwas leiht oder in sein Revier einlädt.
Das Pauken (= Erlernen des studentischen Fechtens) ist ein fester Bestandteil des Corpslebens und dient neben der Pflege studentischer Traditionen auch als gemeinsame sportliche Betätigung. Das Schlagen von Mensuren erfreut sich bei unseren aktiven Mitgliedern einer hohen Beliebtheit – obwohl es grundsätzlich jedem freisteht, zu einer Partie anzutreten.
Frauen können leider nicht Vollmitglied werden – mitmachen können Sie aber sehr wohl. Wenn man als Frau zB. jagdlichen Anschluss oder Hilfe bei der Hundeausbildung sucht stehen unsere Türen immer offen. Im Endeffekt sind gerade einmal zwei oder drei Veranstaltungen pro Semester für Frauen nicht zugänglich. Der Rest, und besonders die gemeinsamen Jagden stehen allen zur Verfügung.
Nein, das Jagdcorps Masovia ist per Definition nicht politisch orientiert. Bei uns geht’s einfach nicht um Politik sondern um die Jagd. Extremistische Haltung jeglicher Art finden bei uns keinen Zugang.
Nein, das meinen wir auch so! Unsere Aufnahmekriterien sind unabhängig von politischen und religiösen Ansichten. Auch die Herkunft spielt keine Rolle. Aber wer es bis jetzt immer noch nicht glaubt ist gerne eingeladen sich sein eigenes Bild von uns zu machen. Schau einfach mal vorbei und rede mit den Mitgliedern. Diese sind immer das wichtigste Kriterium für das Interesse an der Gemeinschaft.
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